
Japan: Lightning-Start-up sammelt 800 Millionen Yen ein – komplett in Bitcoin bezahlt
Das Tokioter Unternehmen Japan Bitcoin Industry hat rund 800 Millionen Yen, umgerechnet etwa 5 Millionen US-Dollar, eingesammelt, um Bitcoin-Zahlungen über das Lightning-Netzwerk in Japan auszubauen. Ungewöhnlich: Die Investoren zahlten den gesamten Betrag in Bitcoin statt in Yen. Das Geld fließt in Zahlungsinfrastruktur für Händler, mehr Liquidität für Lightning-Zahlungen und die Ausbildung von Entwicklern.
Was angekündigt wurde
Laut Pressemitteilung vom 28. Oktober gab Japan Bitcoin Industry neue Aktien im Wert von 800.043.580 Yen an zwei Investoren aus: Fulgur LLC, den japanischen Ableger des auf Lightning spezialisierten Investors Fulgur Ventures, und ANAP Lightning Capital, eine Tochter der an der Tokioter Börse notierten ANAP Holdings. Die Einlage erfolgte in Bitcoin, die Zahlung war für den 2. November angesetzt. Zudem schloss das Unternehmen eine Geschäftspartnerschaft mit ANAP Lightning Capital, um Bitcoin in Lightning-Zahlungskanäle einzubringen.
Was das Unternehmen baut
Japan Bitcoin Industry wurde im November 2024 gegründet und betreibt seit rund zwei Jahren Lightning-Nodes. Das wichtigste Produkt ist Aurora, ein Zahlungsdienst, den Unternehmen über eine Programmierschnittstelle (API) einbinden können. Er richtet sich vor allem an japanische Händler, die an Kunden im Ausland verkaufen – etwa Anime und andere digitale Inhalte, ein Markt, der laut Unternehmen 2024 im Ausland 2,17 Billionen Yen umfasste. Jeder Händler betreibt eine eigene Lightning-Node; das Unternehmen kümmert sich um Betrieb, Liquidität und Buchhaltung, verwahrt nach eigenen Angaben aber nie selbst das Geld der Kunden. Über die Plattform UseBitcoin.jp lassen sich bereits japanische Gutscheinkarten mit Lightning kaufen.
Warum das für den Alltag zählt
Internationale Kartenzahlungen sind für kleine Händler oft teuer und nicht überall verfügbar. Lightning-Zahlungen kommen in Sekunden an, kosten Bruchteile eines Cents und funktionieren grenzüberschreitend ohne zwischengeschaltetes Kartennetzwerk. Damit das reibungslos läuft, muss genug Bitcoin in den Zahlungskanälen liegen – genau dafür ist das neue Geld gedacht. Dass die Investoren in Bitcoin zahlten, zeigt, dass die Mittel im Lightning-Netzwerk bleiben sollen, statt umgetauscht zu werden.
Was man beachten sollte
Japan gehört zu den strengsten Kryptomärkten der Welt, und das Unternehmen sieht sein nicht-verwahrendes Modell selbst als Vorteil gegenüber der Regulierung. Wie viele Händler Aurora tatsächlich nutzen werden, muss sich noch zeigen. Ähnliche Projekte gibt es bereits anderswo – etwa Square in den USA oder die Gemeinschaftsprojekte aus unserem Beitrag Lightning im Alltag.







