
Nach dem Binance-Hack: So locken Betrüger mit falscher Entschädigung und falschem Support
Wenige Tage nach dem Hack bei Binance über 6,3 Milliarden Dollar versuchen Betrüger, aus der Verunsicherung Kapital zu schlagen. Sie bieten falsche Entschädigungen an, geben sich als Support aus oder versprechen schnellere Auszahlungen. Binance und die Sicherheitsfirma Bitdefender warnen vor mehreren Kampagnen. Die Regel ist einfach: Wer dich zuerst kontaktiert und nach Geld, Codes oder deiner Seed Phrase fragt, ist ein Betrüger.
Die fünf häufigsten Maschen
- Falsche Entschädigung: Bearbeitete Screenshots in sozialen Netzwerken behaupten, Binance zahle Kunden 150 US-Dollar für die Auszahlungssperre. Laut Binance sind die Bilder gefälscht. In einer weiteren E-Mail-Kampagne verlangt ein angeblicher „SAFU Reconciliation Desk“ eine „Verifizierungsgebühr“ von 0,0042 BTC, rund 327 Dollar, bevor eine Rückerstattung ausgezahlt werden könne. Die Rückerstattung kommt nie.
- Falscher Support: Nachrichten per E-Mail, SMS, Telegram, WhatsApp oder Telefon behaupten, dein Konto sei „vom Angriff betroffen“ und müsse verifiziert oder entsperrt werden. Ziel sind dein Passwort, deine Zwei-Faktor-Codes oder Fernzugriff auf dein Gerät.
- Gefälschte Login-Seiten unter Zeitdruck: Nachrichten wie „Jetzt innerhalb von zwei Stunden auszahlen, sonst wird dein Guthaben erneut gesperrt“ führen auf Kopien der Binance-Anmeldeseite.
- Falsche Trust-Wallet-Verifizierung: E-Mails behaupten, auch Nutzer von Trust Wallet seien betroffen und müssten ihre Wallet bis zum 7. November verifizieren, sonst werde sie gesperrt. Der Link führt auf eine Phishing-Seite, die die Wiederherstellungsphrase abfragt.
- „Recovery-Experten“: Selbst ernannte Spezialisten bieten an, verlorenes Geld aufzuspüren und zurückzuholen – gegen eine Vorabgebühr. Binance hat erklärt, die Verluste der Nutzer selbst zu tragen.
Was Binance offiziell sagt
Binance betont, dass es Nutzer nie von sich aus zu Konten oder Guthaben kontaktiert, keine Plätze in der Auszahlungswarteschlange verkauft und keine Gebühren für das Freischalten von Guthaben verlangt. „Wer verspricht, es gegen eine Gebühr zu beschleunigen, betrügt dich“, schrieb die Börse. Auszahlungen werden schrittweise wieder freigegeben; die Verluste aus den gestohlenen Geldern trägt laut Binance das Unternehmen, nicht die Nutzer.
Woran du Betrug erkennst
- Der Kontakt geht von ihnen aus, nicht von dir.
- Es gibt eine Frist oder die Drohung, das Konto zu sperren.
- Du sollst eine Gebühr zahlen, um Geld zu bekommen.
- Du sollst dich über einen Link anmelden, eine Transaktion signieren oder Software installieren.
- Der Betrag klingt genau und offiziell, etwa „0,0042 BTC“ oder „150 Dollar“.
Was du niemals tun solltest
- Gib niemals deine Seed Phrase, deinen privaten Schlüssel, dein Passwort oder Zwei-Faktor-Codes weiter – auch nicht an den „Support“.
- Sende niemals Krypto, um eine Rückerstattung oder Entschädigung zu erhalten.
- Signiere niemals Wallet-Anfragen über Links aus Nachrichten: Ein sogenannter Drainer kann deine Wallet mit einer einzigen Signatur leeren.
- Gewähre niemandem Fernzugriff auf deinen Computer oder dein Smartphone.
Was du stattdessen tun solltest
Öffne die Börse nur über die offizielle App oder indem du die Adresse selbst eintippst, und prüfe Ankündigungen dort. Nutze die Zwei-Faktor-Authentifizierung per App oder Sicherheitsschlüssel statt SMS. Hast du bereits Daten eingegeben oder etwas signiert, ändere sofort deine Passwörter, widerrufe Wallet-Berechtigungen und übertrage dein Guthaben auf eine neue Wallet, falls deine Seed Phrase betroffen ist. Unser Ratgeber Phishing-Angriffe erkennen und vermeiden erklärt die Warnzeichen ausführlicher. Der beste Schutz bleibt derselbe: Größere Beträge gehören in die eigene Wallet, nicht auf eine Börse.







